Musik - Märchen - Informationen

Der burundische Musiker Nsengiyumva Minani Félicien wurde 1970 in Burundi geboren.
Er geriet im Bürgerkrieg, der eigentlich seit 1961 im Land herrscht, zwischen die Fronten von Hutu und Tutsi und floh 1993 allein als junger Mann in den Kongo. Er konnte nie wieder in seine Heimat zurück. Viele seiner Familienmitglieder wurden ermordet.
Er entschied sich dafür, mit seiner Musik gegen Gewalt und Ungerechtigkeit in dieser Welt voller Hass und Boshaftigkeit zu kämpfen. Er nutzt seine Friedensmusik, um anderen zu helfen.
Besonders berührt ist er vom Schicksal der Pygmäen und gründete 2003 in Kinshasa /
Dem. Rep. Kongo den Förderverein VONECOVIC. Von dort kam er 2004 als Kontingentflüchtling der UNO nach Norwegen, wo er jetzt lebt und auch kürzlich seine Frau und Kinder nachholen durfte.
In Norwegen hat er eine Ausbildung zum Tontechniker und Musikproduzenten gemacht und arbeitet dort auch in diesem Beruf. Für seine Idee, der am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppe in seinem Heimatland - den Pygmäen oder wie sie dort heißen den Batwa - zu helfen, setzt er sich auch in Norwegen mit aller Kraft ein. Hier in Europa hat er auch Mitstreiter gefunden, den Norweger Øystein Bliksås und in Deutschland Angela Iroegbu.
Auf unserem Afrikanischen Abend wird uns Femi, wie er sich als Künstler nennt, seine Friedensmusik vorstellen und aus seinem Heimatland erzählen. Burundi ist das kleinste und ärmste Land Afrikas und leidet bis heute unter schweren ethnischen Auseinandersetzungen. Es liegt in Zentralafrika direkt am Tanganjikasee zwischen Ruanda, Tansania und der Republik Kongo. Hier leben auch die Pygmäen, ehemals ein Volk von Jägern und Sammlern, die heute ihre Existenzgrundlage, den Wald, fast gänzlich verloren haben, in unvorstellbarer
Armut. Außerdem werden uns das Land und die Menschen in Bildern vorgestellt.
Das handwerkliche Geschick der Batwa können wir an Körben und Kämmen, die auch käuflich zu erwerben sein werden, bewundern.
Wir hoffen auf eine rege Diskussion mit Femi, der allerdings nur Französisch spricht, aber für Übersetzung wird gesorgt.

Gerwine Bayo-Martins wird uns mit Märchen eine andere Seite der afrikanischen Kultur vorstellen. Sie hat eine Buchhändlerlehre und Sekretärinnenausbildung in Hamburg gemacht. Zehn Jahre lebte sie in Nigeria. Während dieser Zeit ist sie viel durch die Länder Nigeria, Benin, Togo und Ghana gereist.
Noch heute besucht sie Nigeria regelmäßig mehrmals im Jahr. Auch sie engagiert sich für Hilfsprojekte in Afrika, hier aber mit dem Schwerpunkt Nigeria.
Sie studiert amerikanische und englische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main und schreibt Gedichte und Kurzgeschichten für Anthologien sowie Hörtexte für Radioprogramme.
Zu ihrer großen Leidenschaft gehört das Märchenerzählen für Erwachsene und Kinder speziell aus dem afrikanischen Kulturkreis. Aus ihrer großen Sammlung wird sie uns ein oder zwei der schönsten Beispiele vortragen.
Mittwoch, 21.04.2010, 20:00 Uhr
Schulauer Fährhaus, Parnaßstraße 29
Eintritt 8,– Euro, Mitglieder 6,– Euro
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